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Von Spinnen, Klettern und dem World Wide Web

Spinnst Du schon oder webst Du noch?

In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, wie Homöopathie, homöopathisches Denken
und der sogenannte “Zufall” – alles was uns zufällt, wie einer meiner Lehrer sagt -
unseren Alltag und unser Leben durchziehen, wie ein “unsichtbares Netz“.

Klettern

Anfang letzter Woche lernte ich einen Bekannten kennen, wir waren uns gleich
sympathisch. 2 Tage später fragte er mich, ob ich Lust habe mit zum Klettern zu kommen.
Ich war ganz neugierig und sagte zu.
Vor 2 Tagen waren wir dann Indoor-Klettern – Geil! Ich kann klettern echt empfehlen, ein
tolles Gefühl an einem Seil 10 m über dem Boden zu hängen – wie eine Spinne!
Und das Klettern als solches ist total fantastisch. Von einem Punkt zum nächsten, jeden
Schritt überlegend, eine kurze Pause, sich hängen lassen, weiter gehts…

Traum

Zufälligerweise hatte ich einen Traum zwischen Telefonat und Kletteraktion.
Ich träume von Spinnen, dies ist bemerkenswert, meine letzten Spinnenträume müssen
schon 2 Jahre her sein. Ich sehe schöne Netze, viele Spinnen, einige mit Kreuzen auf den
Rücken (Aranea Diadema – Kreuzspinne) und andere mit “Fellbehaarung” in lila, rosa oder hellblau-türkis.
Alle sind schmuckbesetzt, tragen Schmucksteine und sehen sehr wertvoll aus.
Am Ende des Traums sehe ich ein weiteres Netz in der Ecke, was sich mir nach näherem
Hinschauen offenbart, eine riesige Spinne sitzt darin, eine zweite etwas kleinere und auch
eine schlafende Fledermaus. (Ich schaue gerade leidenschaftlich die Vampir-Serie True Blood – Vampire saugen ihre Beute aus.)
Hinter Ihnen hängt ein grosser, wie einlaminierter Zettel. Ich versuche zu lesen und merke,
dass ich auf den Bauplan der Spinnen schaue – ein Geheimnis offenbart sich mir.

Zufall? Ja und nein!

Im Geist offenbart sich mir die Spinne und im Leben zeigt sich das Klettern – verrückt!
Das Klettern zeigte mir etwas, was ich immer wieder suche und woran ich mich immer
wieder übe: Beim Klettern bist du ständig in einem Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung – steigen, sich hochdrücken, kurze Pause, nach dem nächsten Griff
suchen…
Wie eine Spinne, die den ganzen Tag im Netz hängt, scheinbar regungslos und im Moment
der Aufmerksamkeit zuschlägt, voll da ist!

Worum es geht

Es geht für mich hier um das Prinzip Anspannung vs Entspannung! Und wieder ein Zufall:
Um diesen Artikel zu schreiben, notierte ich mir “Anspannung vs Spannung“!
Im erkrankten Spinnenzustand gibt es genau nur um diese beiden Betonungen:
Daueranspannung insgesamt – alles Spinnen haben ein grosses Verlangen  sich zu
bewegen! Zappeln, laufen und wildes Tanzen bis hin zur Zerstörungswut!

Am Tag nach dem Klettern setzte ich die Botschaft der Spinne ganz praktisch um:
dazu muss ich sagen, dass ich in den letzten Wochen mal wieder wie in einen
Arbeitsflash” hineingekommen war: Dauerbeschäftigung, Dauertätigkeit,
Daueranspannung ohne ausreichend Pausen, und dies hat in meinem Arbeitsalltag
oft mit dem virtuellen Netz zu tun, dem Internet(z).
Ich verbrachte gestern einen Tag ohne Netz, ohne Computer, nur wenige Telefonate, etc.
TOLL!
Die Spinne lehrt uns die grosse Verbundenheit und dass nicht  alles zu jedem Zeitpunkt im
Netz passieren muss, besonders wenn man so wie ich, sich gerne vom Netz – scheinbar- einsaugen lässt! (Spinnen lähmen ihre Beute und saugen sie dann aus.)
Und ich beschloss gestern mich meinem Netz mehr hinzugeben, und ab jetzt erstmal
einen mittwochlichen Ruhetag einzulegen, an dem ich Klettern gehe!

Abschliessendes & Homöopathisches

In meinem Prozess, mit meiner Neigung  mich zu überarbeiten bei gleichzeitig hoher
Produktivität, bin ich jetzt einen Schritt weiter.
Ich verlasse mich auf mein Netz, was immer da ist und verbinde mich mit meinem inneren
Spiderman, welcher mich wiederrum mit dem Netz der Welt verbindet.
Meine schamanischen Lehrer sagen, dass die Begegnung mit der Spinne viel mit der
Auseinandersetzung und Lösung von Schicksal zu tun hat, und den eigenen
schöpferisch-schamanischen Kräften zu begegnen.
Daher finden wir in den Bomhardtschen Rubriken mit Spinne die Aranea, aber auch
Lac caninum und Theridion, die Feuerspinne.
Unter “fähig zu klettern” finden wir Mygale, die Vogelspinne und bei “Verlangen nach
Klettern” die Mittel Belladonna, Hyoscyamus, Moschus und Stramonium.
Im Hinblick auf den Schamanismus sind uns  Belladonna als die “junge Hexe”,
Hyoscyamus als die “tantrische Hexe” und Stramonium als die “Hexe, die den
Wahnsinn heilt” bekannt.
So wie die Hexen früher in Hecken sassen, sitzen auch die Spinnen in Hecken.
Im letzten Sommer besuchten uns die Spinnen durch die Hecke unter unserem Balkon, webten von dort aus ihre Netze und waren oft Gäste, als mich das Schicksal traf.
Mit dem Kletterbekannten teile ich ein ähnliches Schicksal, wir haben beide unsere
Söhne zu früh verloren.

Alles Zufall, oder nicht?

 

Fabian Strumpf, 28.Februar 2014