Bioenergetische Atem-und-Körperarbeit

Arbeit an der Körperstruktur

Wilhelm Reich und der Körperpanzer

Die Arbeit an der eigenen Körperpanzerung bzw. Körperstruktur geht in erster Linie auf Wilhelm Reich zurück. In seiner Funktion als Arzt stellte er fest, dass viele Menschen über einen sogenannten Körperpanzer verfügen, der im Laufe des Lebens deutlich als die eigene Körpersturktur erkennbar ist. Man sieht dies an Haltung, Gesten, Mimik etc.
Dieser Körperpanzer wird definiert aus nicht losgelassenen Informationen in Muskeln, Zellen, Sehnen, Bändern, Geweben und Organen. Körperliche Krankheiten, Fehlhaltungen, Steifigkeit, und vor allem psychische und geistige Erkrankungen und Fehlhaltungen entwickeln sich daraus. Reich bezeichnete diese Arbeit zuerst als Bioenergetik und später als Orgon-Therapie. Orgon-Therapie bezeichnet die Lebenskraft, weil diese aufgrund von  unverarbeiteten Erfahrungen, Traumata, Schicksalsschläge, Verletzungen und Schmerzen nicht frei im ganzen Körper fliessen kann.

Körperpsychotherapie

Heutzutage ist diese Arbeit Teil von Körperpsychotherapie. Sie wurde im Laufe der letzten 70 Jahre durch verschiedene Therapeuten immer wieder bereichert, zum Beispiel von Alexander Lowen und Alexander Mitscherlich. Grundsätzlich geht es um die Zurückgewinnung des Körpers als das eigentliche „Spielfeld“ in dem Leben stattfindet. Leben ist Fühlen, Wahrnehmen und Spüren, allesamt Qualitäten, die uns verloren gehen, wenn tramatisch-schmerzhafte Erfahrungen uns prägen und nicht verarbeitet werden. Durch die Arbeit mit dem Körper stellt der Mensch die Verbindung zu sich wieder her.

Wie läuft so etwas ab?

In der Regel ist die Bioenergetik keine kurzfristige Arbeit; sie ist ein Prozess, der gelebt sein will. In diesem Prozess begegne ich mir wieder und das führt mich auf eine neue Ebene von Wahrnehmung von mir und meiner Umwelt, den mich umgebenden Menschen. Darum ist für diesen Prozess Zeit, Regelmässigkeit und Dran-Bleiben sehr wichtig.

Die Sitzungen dauern zwischen 60 und 90 min. Der Patient beginnt grundsätzlich im Liegen und atmet, schneller und schneller. Durch dieses forcierte Atmen wird der Körper in die Lage versetzt zu schwingen, d.h. sich innerlich zu bewegen und die Informationen aus Muskeln und Zellen freizugeben. Diese durch den Atem angeregten Informationen bewirken körperliche Reaktionen. An diesem Punkt geht es darum, diese körperlichen Reaktionen nicht zu unterbrechen oder zu unterdrücken. Das damit verbundenen Gefühl wird gefühlt und sozusagen integriert und in die eigene Ganzheit wieder integriert.

Was bewirkt Bioenergetik?

Die Arbeit mit dem eigenen macht freier und vollständiger. Die abgespaltenen Gefühle werden wieder in die eigene Palette an Gefühlen eingefügt. Man wird flexibler und lockerer, auf körperlicher und geistiger Ebene. Die eigene Freude und Zufriedenheit wird mehr. Ängst werden abgebaut, Zuversicht entsteht. Es wird bunter und lebensfroher. Zukunft erscheint weniger bedrohlich. Man wird deutlich entspannter, körperlich und geistig. Besonders Patienten, die unter Depressionen, Angstzuständen, Burnout, posttraumatischen Belastungstörungen, sexuellen Empfindungsstörungen und psychosomatischen Erkrankungen leiden, profitieren von einer bioenergetischen Therapie.